EVSE erlangt Sicherheitszertifizierung

Die Energieversorgung Schwarze Elster hat sich umfangreichen Sicherheitsprüfungen unterzogen und konnte dafür am Mittwoch ein Gütesiegel entgegennehmen. Der Energieversorger ist das kleinste Unternehmen, das dieses Prüfverfahren bislang gemeistert hat.

Im Juni hatte die Energieversorgung Schwarze Elster GmbH (EVSE) das technische Sicherheitsmanagement (TSM) ihres Gasnetzbetriebs von unabhängigen Experten überprüfen lassen. Fachleute des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) bescheinigten dem Unternehmen nun, dass es über eine professionelle Organisation, fachkompetente Mitarbeiter, einwandfreie technische Anlagen und ein vorbildliches Risiko- und Störungsmanagement verfügt. Im Beisein der Gesellschafter wurde der EVSE am Mittwoch am Saalauer Firmensitz dafür ein Zertifikat übergeben.

„Wir sind froh und glücklich, dass wir die Prüfung gleich im ersten Anlauf geschafft haben. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt EVSE-Geschäftsführerin Sylvia Schenker. „Uns war wichtig zu zeigen, dass wir sicher arbeiten und geltenden Standards gerecht werden.“ Von der freiwilligen Prüfung hatte sie sich auch Anregungen dazu versprochen, wie Betriebsabläufe noch optimiert werden könnten.

Mehr als ein Jahr Vorbereitung hat der Energieversorger in die Zertifizierung investiert. Die technischen Führungskräfte haben dazu hunderte Fragen zur Organisation des Unternehmens, zur Qualifikation des Personals und der technischen Ausstattung abgearbeitet. Für das nur 15 Mitarbeiter starke Unternehmen stellte das neben dem regulären Betrieb eine Herausforderung dar. Ergebnis dieses Prozesses sind umfangreiche Dokumentationen, die die Betriebsabläufe nachvollziehbar abbilden und fortlaufend aktualisiert werden.

Diese waren Grundlage für die Vor-Ort-Prüfung, bei der zwei Experten das Energieversorgungsunternehmen zwei Tage lang genauestens unter die Lupe nahmen. Prüfer Thomas Leipner von der DVGW-Landesgruppe Mittelsachsen sind diese Tage in angenehmer Erinnerung: „Die Prüfung war durch das Unternehmen sehr gut vorbereitet. Unterweisungen, Betriebshandbuch und Dokumentationen wurden vorgelegt und alle Zugänge transparent gestaltet.“ Auch die praktischen Überprüfungen überzeugten ihn: „Wir konnten feststellen, dass das Ganze nicht nur theoretisch festgeschrieben ist, sondern von den Mitarbeitern auch verstanden und gelebt wird.“ Dass die Mitarbeiter beim Sicherheitsmanagement mitgenommen würden, sei das Wichtigste, betonte der Fachmann. Ihm sei außerdem aufgefallen, dass angefangen von der Geschäftsführerin, über die technischen Führungskräfte und Mitarbeiter alle an einem Strang zögen. „Das findet man so nicht in jedem Unternehmen“, bekräftigte Leipner.

27 Unternehmen der Gasbranche in Sachsen besitzen inzwischen eine TSM-Zertifizierung. Das sind etwa zwei Drittel der Energieversorger im Freistaat. Die EVSE ist bislang das kleinste Unternehmen, dass dieses Zertifikat erlangen konnte. Thomas Leipner sprach den EVSE-Mitarbeitern deshalb zur Zertifikatsübergabe seinen Respekt aus: „Sie konnten nachweisen, dass auch ein kleines Unternehmen die Anforderungen des technischen Sicherheitsmanagements vollumfänglich erfüllen und auch mit zahlenmäßig begrenztem Personal einen sicheren Netzbetrieb gewährleisten kann.“

Auch Hartmut Gorski aus dem Referat für Energiepolitik im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gratulierte zum erfolgreichen Abschluss des TSM-Verfahrens. „Ich bin sehr positiv überrascht, was hier in Wittichenau bei der EVSE passiert ist“, sagte Gorski. Es gebe größere Unternehmen, die die Zertifizierung bisher nicht bewältigt hätten. „Es macht deutlich, dass die EVSE ihren Kunden ein hohes Maß an Sicherheit bieten möchte.“ Der Ministeriumsvertreter erklärte, dass die Energieversorgung nicht erst seit der Energiewende komplexer geworden sei und verwies in diesem Zusammenhang auf die sicherheitstechnische Eigenverantwortung der Versorgungsunternehmen. Das TSM-Verfahren sei ein Baustein dazu. Hier werde geprüft, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Dass die EVSE diese Vorgaben erfüllt, hat das Unternehmen nun schwarz auf weiß. Diese Bescheinigung bleibt fünf Jahre lang gültig. Durch eine erneute Prüfung kann sich die EVSE dann wieder zertifizieren lassen.

Die Energieversorgung Schwarze Elster GmbH ist 1990 als Gasversorgungsunternehmen in Wittichenau gegründet worden. Zu den Gesellschaftern zählen neben der Stadt Wittichenau die Gemeinden Lohsa, Ralbitz-Rosenthal, Nebelschütz und Königswartha. Außerdem sind die Bad Honnef AG und die Prowa Energieberatungs GmbH am Unternehmen beteiligt. Das Versorgungsgebiet reicht von Laubusch im Norden bis Crostwitz im Süden und von Kamenz im Westen bis Uhyst im Osten. Fast 60 Orte sind an das Gasversorgungsnetz der EVSE angeschlossen. Über insgesamt 350 Kilometer Gasleitungen beliefert die EVSE rund 4000 Kunden.